Therapeutin sitzt mit einem Kind an einem Tisch in einem freundlichen Therapiezimmer mit Kinderzeichnungen an der Wand
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Kinderpsychologe, Psychotherapeut oder Psychiater: Wer hilft bei welchem Problem?

Dieser Artikel erklärt den Unterschied zwischen den drei Berufsgruppen und welche Fachperson für Ihr Kind die richtige Anlaufstelle ist.

Wenn Eltern merken, dass ihr Kind Unterstützung braucht, ist die erste Suche oft so etwas wie „Kinderpsychologe”. Das ist geläufig und klingt nach dem, was man sucht. Aber es führt manchmal in die falsche Richtung.

Denn es gibt Kinderpsycholog*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen und Psychiater*innen und die Unterschiede zwischen diesen Disziplinen sind Eltern oft nicht klar.

Was machen Kinderpsycholog*innen?

Eine Kinderpsychologin oder ein Kinderpsychologe hat Psychologie studiert. Das Studium vermittelt fundiertes Wissen über kindliche Entwicklung, Verhalten und psychische Gesundheit. Kinderpsycholog*innen sind oft in der Diagnostik tätig: Sie führen Tests durch, erstellen Gutachten, beraten Schulen oder Familien und begleiten Fragen rund um Entwicklungsverzögerungen, Lernschwächen oder Hochbegabung.

Was sie in der Regel nicht tun: eigenständig Psychotherapie durchführen und mit der Krankenkasse abrechnen. Denn dafür ist eine zusätzliche, staatlich anerkannte Ausbildung notwendig.

Was machen Kinder- und Jugend­lichen­psycho­therapeu­t*innen?

Approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen haben nach dem Studium eine mehrjährige Fachausbildung absolviert — in einem anerkannten Therapieverfahren wie der Psychoanalyse, der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie oder der Verhaltenstherapie. Sie sind staatlich zugelassen, behandeln eigenständig und rechnen direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen ab.

Das bedeutet: Die Therapie ist für Ihr Kind ohne Zuzahlung als Kassenleistung zugänglich. Eine Überweisung brauchen Sie nicht.

Und was sind Kinder- und Jugendpsychiater*innen?

Kinder- und Jugendpsychiater*innen sind Ärzte — sie haben Medizin studiert und sich anschließend auf Psychiatrie spezialisiert. Das hat praktische Konsequenzen: Psychiater*innen dürfen Medikamente verschreiben, was bei bestimmten Diagnosen wie ADHS, schweren Depressionen oder psychotischen Erkrankungen wichtig sein kann. Sie sind auch die richtige Anlaufstelle, wenn eine stationäre Behandlung notwendig wird.

Psychiater*innen führen zwar ebenfalls Gespräche, sind aber nicht in erster Linie auf tiefgehende psychotherapeutische Arbeit ausgerichtet. Oft arbeiten Psychiater*innen und Psychotherapeut*innen bei der Behandlung eines Kindes zusammen.

Wann braucht mein Kind eine Psychotherapie?

Wenn Ihr Kind unter anhaltenden Ängsten, Stimmungstiefs, Verhaltensveränderungen oder körperlichen Beschwerden ohne medizinischen Befund leidet, ist oft eine Psychotherapie notwendig, die über einmalige psychologische Beratung hinausgeht.

Gleiches gilt für Schwierigkeiten in der Schule, sozialen Rückzug, Schlafprobleme, Folgen von belastenden Erlebnissen oder eine ADHS-Diagnose, die therapeutische Begleitung braucht.

Welche Therapieformen gibt es?

Wenn Sie nach Kinder- und Jugendpsychotherapeut*innen suchen, stehen Sie vor der nächsten Wahl. Denn die gesetzlichen Krankenkassen erkennen in Deutschland drei Verfahren als Kassenleistung für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an:

  • Psychoanalyse — das älteste und tiefgehendste Verfahren. Es geht um das Verstehen unbewusster Konflikte, früher Erfahrungen und ihrer Wirkung auf das heutige Erleben. Psychoanalyse braucht Zeit — und ermöglicht gerade deshalb nachhaltige Veränderung.
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie — ein ebenfalls psychodynamisches Verfahren, das konzentrierter auf aktuelle Konflikte und Beschwerden ausgerichtet ist. Bewährt, kassenzugelassen und weit verbreitet.
  • Verhaltenstherapie — sie arbeitet stärker an konkreten Symptomen, Denkmustern und Verhaltensweisen. Oft lösungsorientierter und strukturierter im Ablauf.

Welches Verfahren das richtige ist, hängt immer vom Kind und den Beschwerden ab. Mindestens so entscheidend wie die Methode ist auch die Qualität der therapeutischen Beziehung. Es lohnt sich also, sich im Zweifel bei mehreren Therapeutinnen und Therapeuten vorzustellen.

Renata Fischer-Roßbach

Renata Fischer-Roßbach

Kinder- und Jugend­lichen­psycho­therapeu­tin (KJP), kassenzugelassen

Tätig in eigener Praxis in Köln-Lindenthal — tiefenpsychologisch fundiert und psychoanalytisch, mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

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